Du wachst morgens mit einem angespannten Kiefer auf? Ertappst dich tagsüber dabei, wie du die Zähne zusammenpresst? Oder hast immer wieder Schmerzen und Druck im Kieferbereich?
Dann könnte ein Muskel eine Rolle spielen, den viele gar nicht kennen: der Masseter.
Er gehört zu den stärksten Muskeln unseres Körpers und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir unseren Kiefer schließen und kräftig zubeißen können. Wird er jedoch dauerhaft stark beansprucht, kann sich das bemerkbar machen.
Der Muskel, der niemals richtig Pause macht
Leg deine Finger seitlich an deinen Unterkiefer und beiß einmal die Zähne zusammen. Spürst du, wie sich unter deinen Fingern etwas anspannt?
Das ist dein Masseter.
Normalerweise arbeitet er vor allem beim Kauen. Wer jedoch häufig die Zähne zusammenpresst oder nachts knirscht, beansprucht den Muskel zusätzlich. Teilweise über Stunden und ohne es überhaupt zu bemerken.
Ist der Masseter ständig aktiv, kann er sich ähnlich wie ein regelmäßig trainierter Muskel stärker ausprägen. Manche Betroffene bemerken deshalb nicht nur einen angespannten Kiefer, sondern auch eine besonders kräftige oder breite Kieferpartie.
Die dauerhaft hohe Muskelaktivität kann mit Verspannungen, Druckgefühl oder Schmerzen im Kieferbereich einhergehen.
Wie kann ein Muskelrelaxans den Masseter entspannen?
Bei der Behandlung wird ein Wirkstoff aus der Gruppe der Botulinumtoxine gezielt in den Masseter injiziert.
Der Wirkstoff reduziert vorübergehend die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel. Dadurch kann sich der Masseter nicht mehr mit der gleichen Intensität zusammenziehen.
Einfach gesagt: Der überaktive Muskel wird gezielt entspannt. Er wird dabei nicht dauerhaft „lahmgelegt“. Vielmehr wird seine Aktivität für einen begrenzten Zeitraum reduziert. Welche Behandlung und Dosierung infrage kommt, muss individuell ärztlich beurteilt werden.
Was hat die Behandlung mit der Jawline zu tun?
Hier kommt ein Effekt ins Spiel, den viele nicht erwarten: Der Masseter beeinflusst auch unsere Gesichtsform.
Ist der Muskel sehr stark ausgeprägt, kann die untere Gesichtshälfte breiter oder kantiger erscheinen. Wird seine Aktivität über einen längeren Zeitraum reduziert, kann auch das Muskelvolumen zurückgehen. Dadurch kann die Kieferpartie mit der Zeit schmaler und weicher wirken.
Eine Masseter-Behandlung kann deshalb je nach Ausgangssituation sowohl aus funktionellen als auch aus ästhetischen Gründen interessant sein.
Wie läuft eine Masseter-Behandlung ab?
Vor der Behandlung wird ärztlich geprüft, ob der Masseter für deine Beschwerden verantwortlich sein könnte. Anschließend wird das Muskelrelaxans mit feinen Injektionen gezielt in den Muskel eingebracht, um dessen Aktivität vorübergehend zu reduzieren und ihn zu entspannen.


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